Auf Sporensuche – eine Reportage über die Prüfung 2015

In einer Dortmunder Hundeschule erwarten Diplom-Chemikerin Dr. Charlotte Herrnstadt und der Diplom-Biologe Dr. Christoph Trautmann, beide Mitglieder im Bundesverband Schimmelpilz-Sanierung (BSS), das erste Spürhundteam, bestehend aus Hundeführer und Spürhund. Nichts deutet auf die Geruchsproben hin, die sie am Vortag in den Räumen versteckt haben, denn alles wirkt sauber und riecht unauffällig. Die Prüfung beginnt mit einem Gespräch zwischen Hundeführer und dem fünfköpfigen Prüfungsteam. Es besteht übrigens aus drei erfahrenen Hundeführern und Wissenschaftlern des BSS. Es ist ein freundliches Warming-up, bei dem dem Hundeführer der Prüfungsablauf und die zu absolvierenden Aufgaben beschrieben werden.

Bevor es aber ans große Schnüffeln geht, überprüft die Kommission die Identität des Hundes. Der anschließende Wesenstest soll zeigen, ob er gut mit Alltagssituationen zurecht kommt, auf Wortsignale seines Führers reagiert und keine Gefährdung für andere darstellt. In den Arbeitssituationen muss der Hund trittsicher alle Stellen eines Gebäudes aufsuchen und darf nicht durch die Anwesenheit fremder Menschen beeinflusst sein.


Teamarbeit im Qualitäts-Check

Erst nach dem Wesenstest geht es in die eigentlichen Prüfungsräume, in denen sich nach gründlicher Lüftung im Bereich der Probenverstecke eine nur für Hunde deutlich wahrnehmbare Geruchskonzentration herausgebildet hat. In Wand-, Boden- oder Deckenverstecken befinden sich Materialtypen wie Wandputz, Gipskarton, Holzwerkstoffe und Tapete, die im Labor mit Mikroorganismen besiedelt worden sind. Es wird schnell deutlich, dass nur die Teams die Nase vorn haben, die mit den richtigen Materialien trainiert haben. Die Gerüche der am häufigsten bei Feuchtigkeitsschäden auftretenden Pilze und Bakterien werden auch bei der Prüfung verwendet. Zertifiziert werden nur Hunde, die die versteckten Proben finden. Je nach Ausbildung kann dem Spürhund ein bestimmtes Anzeigeverhalten antrainiert werden. Eindeutige Anzeigen werden vom Spürhundführer belohnt, was beim Hund den Spaß an der Arbeit fördert. Oft ist zu beobachten, dass der Hund eine Fährte aufnimmt, wenn er im Lauf abrupt abbremst, seine Richtung ändert und offensichtlich einer Geruchsspur folgt. In solchen Situationen kommt der erfahrene Spürhundführer ins Spiel, der erkennt, dass hier etwas "in der Luft liegt" und den Hund motiviert weiterzusuchen. Wenn z.B. der Geruch zur Decke hin zunimmt zeigt der Hund das durch Aufrichten an. Wichtig ist hier, dass die Bezugsperson das Suchverhalten des Hundes genau kennt. Zum Spürhund eignen sich übrigens Hunde der verschiedensten Rassen. Wichtig ist, dass sie gut motivierbar sind und ein für die Schimmelsuche geeignetes Training erfolgt.